„Man kann nur etwas lernen, wenn man schon was kann!“

Dieser scherzhafte Zirkelschluss umschreibt auch das Wesen programmierten Lernens – Schritt für Schritt den Lehrstoff auf schon gekonnten Fähigkeiten und Fertigkeiten aufzubauen.
Der Psychologe und Verhaltensforscher Burrhus Frederic Skinner entdeckte diese Lerntechnik.
In den 60-iger Jahren des 20. Jh. machte sie als „das neue Wundermittel“ bald Furore. Als die Wunder ausblieben, versank diese Lehrmethode jedoch zunächst ebenso schnell, wie sie aufkam.
Als eine Lehr- und Lerntechnik, hat sie aber in vielerlei Formen bis heute überdauert. Während meines Psychologiestudiums konnte ich mich sogar mit einem richtigen vollprogrammierten Lehrgang für Statistik recht erfolgreich auseinandersetzen. (Meine früheren Mathematik-Lehrer wüssten, was das bedeutet! ;-)Innentitel Gitarre-Kursus
Die dabei gemachten Erfahrungen und meine Diplomarbeit, die sich auch mit dem programmierten Lernen beschäftigte, bildeten die Grundlagen für dieses Lehrprogramm.
In einer traditionellen (gedruckten) Gitarrenschule wird der Lehrstoff in methodische Themenbereiche aufgeteilt. Ein programmierter Unterricht (PU) unterteilt nun solche methodischen Teilprobleme wiederum in didaktische Einzelschritte.
Der „Clou“ dabei ist, dass man diese Schritte sofort anschließend mit einer Rückmeldung über den Erfolg versehen könnte. (In der Praxis ist das der aufwändigste Abschnitt eines PUs.) Für die Instrumentalpädagogik würde dieser Teil aber sofort das Aufwand- und Nutzen-Verhältnis weit übersteigen. Als Lösung bietet sich die Teilprogrammierung an: Der Lehrende übernimmt die Erfolgsauswertung!
In beiden Unterrichtsformen – einer traditionellen Gitarrenschule oder beim programmiertem Material – bedarf es jedoch immer der Kunst des Lehrers, die Schüler zu ihren ganz individuellen Möglichkeiten zu führen.

Für die erste Ausarbeitung, Erprobung und Fertigstellung dieses teilprogrammierten Unterrichts (1994) mit 72 Lernschritten hatte ich mir 4 Jahre Zeit genommen. Begleitet von den kritischen Bemerkungen meiner kleinen und großen Schüler, ihren Reaktionen auf das neue Unterrichtsmaterial und den darauf folgenden Überarbeitungen. Das Programm umfasst inzwischen 78 Lernschritte (Übungs- und ebensoviele Textschritte als Untereinheiten), die etwa zwei bis drei Unterrichtsjahre beanspruchen.

Zu einigen gesicherten, praktischen Ergebnissen:
Flussdiagramm: 1. Teilziel - die Lernschritte 1 bis 12Sofort mit den manuellen Fertigkeiten werden auch die dazugehörigen Fähigkeiten im Notenlesen geübt. Im ersten Teilziel beschäftigen sich z. B. ganze 11 Übungsschritte nur mit der rechten Hand. Im nächsten Teilziel kommt dann ein Finger der linken Hand dazu usw.!
In Verbindung mit anfangs einfachen Notenwerten und klaren metrischen Gliederungen, entwickelt sich daraus ein stabiles metrisch-rhythmisches Gefühl.
Dass dabei die Sache nicht eintönig wurde, darüber haben auch die Schüler „gewacht“. Etwa mit aufmunternden Bemerkungen wie: „... das ist ein doofes Stück!“
Des Weiteren ist durch den kleinen Umfang der Übungsschritte gewährleistet, dass es recht zügig Fortschritte geben kann. Eine zentrale Bedingung für erlebbaren Erfolg!
In meinem Unterricht bedeutet das darüber hinaus, dass aus dem Kopierer wieder eine oder zwei Seiten neu hinzukommen. Daraus wurde ein zwar unvorhergesehenes, aber dafür erstaunlich wirkungsvolles Lernmotiv.
Vorgesehen dagegen sind die schriftlichen Zusammenfassungen und Übungen auf der Rückseite eines Übungsschrittes.
Lernschritt 47 - (der Textteil)Hier soll der Schüler auch zu Hause nocheinmal das Wesentliche des behandelten Unterrichtsstoffes durchlesen können. Für ältere Schüler bzw. Erwachsene stehen noch vertiefende und/oder weiterführende Informationen im unteren Feld zur Verfügung.
Der rechte Teil wird für schriftlich zu lösende Aufgabenstellungen benutzt. Ein Musiker sollte schließlich auch mal aufschreiben können, was er da so spielt.
Und nicht zuletzt: Es merkt sich leichter, was man motorisch nachvollziehen kann.
Ein anderer nützlicher Effekt ist, dass damit auch die Eltern sich über den Stand und den Fortschritt ihrer Kinder informieren können, wenn sie die Entwicklung verfolgen wollen.
Weitergehende und zusätzliche Informationen lassen sich hier im Vorwort zum „Gitarre-Kursus“ [s. Startseite/Homepage] nachlesen!

Tja, und dann ist da auch noch Ruprrecht!
Doch der gehört zu den vielen unprogrammierbaren Feldern meines Unterrichts und damit jetzt noch nicht hierher. Aber zum Kennenlernen kann man ja schon mal klicken ... :-)

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aus dem Gitarre-Kursus, Übungsschritt 64 • All rights reserved